Freundschaften und Einzelgänger…


Ich habe mich immer gefragt wie es Leute schaffen, in eine Neue Umgebung zu kommen und sofort min. die Hälfte der Personen als Freunde zu gewinnen. Es ist irgendwie, zumindest in meinen Augen, etwas seltsames mit den Freundschaften. Ich für meinen Teil bin / war schon immer ein Einzelgänger, sprich ich war immer alleine und habe das nicht so als schlimm empfunden. Freunde waren zwar existent, aber kein festes muss. Somit musste ich mich immer selbst durchschlagen. Natürlich sehnte ich mich immer nach einer großen Clique, doch jedes mal wenn es z.B. durch eine Beziehung in eine art Gruppen-Horden-verhalten ausartete zog ich die Handbremse. Es ist mir zu viel gewesen…

Dennoch blieb ich ein stiller Beobachter, der das Szenario um sich herum beobachtete. Die Gruppenbildungen überflog ich, da ich aus jeder Gruppe jemanden mochte, und mich nicht auf eine Gruppe beschränken wollte. Das lief gut, dachte ich … naja die Schulzeit vergeht und dann bleiben nicht einmal einer Handvoll der Leute übrig, mit den man Täglich seine zeit verbrachte. Was eigentlich auch gar nicht verkehrt war. Ich hielt mit einigen wenigen Kontakt und traf mich gelegentlich mit einigen davon.

Ich merkte leider mehr und mehr wie die Oberflächlichkeit des Alltags viele von Ihnen auffraß und so gab ich auch diese Kontakte auf. In der Zwischenzeit bauten sich parallel andere Freundschaften auf, diese hielten teilweise bis zum jetzigen Zeitpunkt. Es sind aber weiterhin nur eine Handvoll. Was ja im Grunde nicht schlimm ist. Ich liebe meine Freunde, vor allem weil sie meine Eigenarten verstehen und ich mit vielen von Ihnen sehr intensive Zeiten durchlebt habe…

Dennoch schweift der Blick herum, ich sehe Menschen die an jeder Straßenecke jemanden kennen, die in eine neue Stadt ziehen und schon einen festen Freundeskreis nach kurzer zeit sich aufbauten. Weiterhin bleibt mir das alles ein Rätsel. Vllt. machte ich aber auch nur etwas falsch? Ich halte vieles gerne am Anfang extrem auf Distanz, von einer Bekanntschaft kann nur ganz ganz ganz selten eine Freundschaft bei mir wachsen, also entweder es passt von Anfang an oder es bleibt so wie es ist.

Um meine Beobachtung etwas plastischer darzustellen habe ich 2 Puzzle teile genommen und zwei Kategorien gewählt. Die eine ist die “Private” und die andere ist die “Öffentliche”. Nun kann es sein das sich diese Puzzle teile Privat und Beruflich überschneide. Das ist aber etwas was ich kaum bis gar nicht zulasse, aber natürlich kommt dies auch vor.

Fangen wir einmal mit dem “Privaten” Puzzle teil ein:

Ein Puzzle hat Vier Seiten, jede Seite hat eine bestimmte Funktion, und wandelt sich dann auch mit der zeit, weil sich ja die Umgebung, Persönlichkeit etc auch wandelt. Die 1. Seite ist für die Bekannten, die Leute die man in der Bahn, unterwegs oder auf Partys trifft. Man versteht sich gut und im Grunde steht dies am Anfang einer Freundschaft. Diese Seite ist aber am dynamischsten, da hier Leute kommen und gehen. Die 2. Seite direkt daneben steht für die Freundschaften. Im Grunde der zweite schritt von den Bekanntschaften und somit eine Feste Person im Umfeld. Alle die es hierhin geschafft haben, bleiben, außer natürlich es ergeben sich Situationen oder Vorfälle treten ein die eine Freundschaft zerstört. Die 3. Seite ist für die Verwandtschaften, und bleibt immer bestehen auch wenn man sich nicht versteht oder kaum etwas mit den Personen zu tun hat, dies kann auch das “Endstadium” der Freundschaft sein, durch Heirat oder einfach der Integration in die Familie. Die 4. ist keine Statische, wie man denkt, diese ist dynamisch und steht für die Geschwister. Einige werden sich jetzt fragen warum? Da diese ja auch zu den Verwandtschaften zählen. Ja das stimmt wohl, auch das es Menschen gibt die keine direkten Geschwister haben oder auch keine Verwandtschaft die am leben ist. in dem Fall ist diese stelle ausgegraut. Nun ja lasst es mich mal erklären, Geschwister können Freunde sein, oder ganz einfach nur zur Verwandtschaft gehören. Daher bilden sie eine Art Zwischenteil, der neben Freundschaften und Verwandtschaften stehen müsste. Somit ist dies halt recht individuell zu handhaben, und auch nicht immer festgelegt.

Machen wir weiter beim “Öffentlichen” Puzzle teil:

Die 1. Seite ist die der Nachbarn. Dieses teil ist eine statisch-/ dynamischemischung da man sich die Nachbarn nicht wirklich aussuchen darf oder kann (in den meisten fällen). Ob man sich mit den Nachbarn versteht, ist dann auch nur eine frage ob es nun passt oder nicht. Die 2. Seite ist die der Bevölkerung. Hierbei geht es um die Menschen die man überall trifft, denen man unterwegs begegnet. Sie stehen in der Bahn neben einen oder verkaufen uns etwas. Diese Seite ist sehr dynamisch, da sie sich der Umgebung und er Situation anpasst. Die 3. Seite nenne ich jetzt mal Arbeitsplatz. Dies ist eine Seite die, das Professionelle in einem heraus kitzelt, hier wird der Umgang mit den Menschen am Arbeitsplatz festgelegt. Eigentlich ein recht dynamischer teil, da alles was hier passiert nicht nach der Auswahl, mag ich / mag ich nicht gehen kann. Hier ist man wie in der Schule gezwungen einfach so zu sein wie es am besten passt. Somit kann man für Arbeitsplatz auch die Schule oder Uni etc. nehmen. Die 4. Seite ist die des Kollegen. Auch hier haben wir eine Überschneidung mit einer Seite, und zwar der Seite Arbeitsplatz, und teilweise sogar eine die darüber hinaus geht, diese wäre dann Bekanntschaften, Freundschaften oder sogar Verwandtschaften im Puzzle teil “Privat”. Dieses Puzzle kann man auch für Klassenkameraden nehmen. Hier muss man sich irgendwie arrangieren oder man versteht sich auf Anhieb. Und wenn es geht kann man sich dann auch aus dem Weg gehen … was aber meist nicht der Fall ist.

puzzle

Um beide Puzzle abschließend zu vergleichen, ist das Private Puzzle teil etwas, was die eigene Persönlichkeit widerspiegelt und das Öffentliche ist die Art und weise wie man mit anderen Umgehen kann. Also im Grunde die Kunst der Sozialen Kommunikation. Diese Teile gelten natürlich nicht nur für das Reale leben sondern auch für das Virtuelle und umfassen in meinen Augen den alltäglichen Umgang mit den Menschen um uns herum. Wobei sich die Puzzle teile RL und VL nicht 100% gleich sind. Es kann also sein das mit sich im VL gut versteht und im RL weniger gut oder sogar gar nicht.

Doch kommen wir jetzt mal zu meiner anfänglichen Frage zurück, warum haben einige Menschen die “Gabe” Freundschaften zu schließen. Ich erkläre mir das ganze so, diese Menschen haben sehr dynamische Seiten in ihrem Puzzle und haben ganz niedrige Anforderungen an die Person gegenüber. Sprich umso weniger Anforderungen man hat umso leichter ist es auch eine Freundschaft /Bekanntschaft aufzubauen. Umso weniger man verlangt umso mehr bekommt man also auch. Man setzt immer irgendwo Maßstäbe an um sich wohl zu fühlen. Natürlich kann es aber auch sein, das man dies etwas zu hoch setzt, für viele ist es aber oft meist nicht hoch genug. Da es aber auch nicht viele gibt die diese Wunschvorstellungen gerecht werden können, werden diese Menschen auch nie von vielen Menschen umgeben sein.

Umso länger man seine Maßstäbe hoch hält ist die Gefahr gross, dass man irgendwann einmal alleine da sitzt…

Dieses “Problem” haben die meisten Einzelgänger, da sie Ihre Maßstäbe im Grunde zu hoch setzten, wobei das nicht unbedingt bedeutet das man den Menschen viel abverlangt. Es gibt eine menge Sachen die recht einfach und nicht schwer zu erreichen sind, wie Ehrlichkeit und Offenheit um nur zwei zu nennen, doch sind diese eigentlichen Grundlagen einer Zwischenmenschlichen Beziehung für viele nicht etwas was von der Wichtigkeit her als ganz nach oben gehört. Daher ist es für Menschen wie mich, schwieriger Freundschaften zu schließen …