Meine dreizehn – Teil 2


Jetzt begann mein Routinierter Ablauf, ich checkte aus wie es hieß, entwendete Post nach und nach, aber nicht alles. Bis ich zu einem Punkt kam wo ich die Post im Grunde nur noch austauschen musste. Ich nahm die aktuelle Post heraus und legte die von Gestern rein. Somit fiel nicht auf, dass ich die Post zu hause vorsichtig öffnete und mir einen Einblick verschaffte.

Finanziell war es unabhängig da es ein relativ großes Erbe vor einigen Jahren erhalten hatte. Es war ein Kinderspiel, keinerlei Freunde in der näheren Umgebung, das ist einfach ein Glückstreffer. Ich fing an es 13 zu nennen. Meine 13! Ja und was für eine 13. Dank des Onlinebankings, wusste ich wie viel und für was 13 das Geld ausgegeben hatte. Keine Restaurants keine Kneipen. Sogar Kleinbeträge wurden mit der EC Karte bezahlt, daher konnte ich Nachverfolgen wo sich 13 aufhielt.

Montags hatte 13 einen straff geregelten Tag. Es wurde der Haushalt gemacht, das bedeutete alles im Haus wurde auf dem Kopf gestellt. Der Weg zum Briefkasten gegen 13 Uhr war dann vor dem Essen fällig. Dann blieb 13 zu hause. Nachts gegen 22.30 Uhr waren alle Lichter aus.

Dienstags und Donnerstags waren da schon ein wenig anders. Morgens gegen 9 Uhr verliess 13 das Haus. Der Zeitschriften Händler war das erste ziel das 13 Aufsuchte. Danach wurde ein kleines Kaffee aufgesucht, welches aber variierte, oder durch eine Parkbank ganz ersetzt wurde. Nach 2 Stunden ging es dann weiter Einkaufen. Zu hause angekommen wurde dann gekocht und der Abend wurde zu hause verbracht.

Mittwochs war Lesetag, früh um 10 Uhr ging 13 aus dem Haus und suchte sich ein stilles Plätzchen um zu lesen. Ich staunte nicht schlecht als ich merkte das 13 dann oft solange dort saß bis das Buch durch war. Danach führte es 13 schnell nach hause.

Der Freitag war dann immer recht variabel, was mir nicht gefiel. Oft waren das Termine die 13 dann hatte oder irgendwelche besonderen Ausflüge. Mich nervte das, da es sich nicht wirklich festmachen ließ. Daher ließ ich den Freitag dann auch als Beobachtungstag bleiben. Die Post war somit das einzige was mir blieb.

Samstags ging 13 so gegen 12 Uhr auch ab und an sogar gegen 15 Uhr zum Markt. Essen kaufen oder auch weiter in die Stadt um sich etwas Neues zum Anziehen zu besorgen. Hier wurde dann auch gelegentlich ein Buch gekauft. Ansonsten wurden die meisten Bücher nach hause geliefert. Nach dem Einkauf ging 13 meist noch was essen bevor es dann nach hause ging.

Sonntags war 13 nur zu hause. Die Fenster waren abgedunkelt und erst wenn es Dunkel wurde, wurden auch die Rollläden hoch geholt.
Es erstaunte mich als ich hinter dem Rhythmus kam, da ich mit so etwas einfachem nicht gerechnet hatte. Natürlich freute ich mich darüber. Es machte vieles einfacher. Es gab niemanden der sich großartig beschweren würde wenn 13 nicht mehr da wäre. Miete ging nicht ab vom Konto somit durfte die Wohnung Eigentum sein. Ganz nach meinen Geschmack.
Nach etwa 6 Monaten fing ich an den Endpunkt einzuleiten. Es kribbelte in mir und die Aufregung machte sich bemerkbar. Meine Hände fingen an zu zittern, somit musste ich mich wieder zurücknehmen und mich auf mein ziel konzentrieren.

Ich musste mir nun Zutritt zur Wohnung verschaffen. Auch wenn das komisch sein mag, aber ich hebe mir diesen Punkt immer für den Schluss auf. Da es auch der Problematischste ist. Wenn jetzt etwas schief geht dann kann ich die ganze arbeit vergessen. Das Ziel würde sich vollkommen verändern. 13 durfte nichts von meiner Anwesenheit merken. Alle Muster die ich sonst beobachtet habe wären hinüber gewesen.
Meine Entscheidung fiel auf den Mittwoch, da er sich von der Zeit am besten Anbot. Ich hatte min. 4 Stunden zeit mich in ruhe umzusehen. Um 10:17 verliess 13 das Haus. Ich wartete noch etwa 20 Minuten ab, um sicher zu gehen das nicht etwas vergessen wurde. Dann ging ich in das Haus hinein. Ich bin ein Spezialist wenn es um Schlösser geht, daher stellen diese auch kein Problem für mich da. Ich öffnete die Wohnungstür und wie ich erwartet habe, war alles recht aufgeräumt. Rechts hing ein Kleiner Schlüsselschrank mit allen Schlüsseln die ich benötigte.

Ich machte mir die nötigen Abdrücke in meine Gummimasse, so eine wie es auch die Kieferorthopäden benutzen. Somit hatte ich nur Eingangstürschlüssel und Briefkastenschlüssel.

In einem Auktionshaus konnte ich mir Günstig eine Schlüssel fräse besorgen. Nach einigen Tests hatte ich es dann auch drauf von einem negativ ein positiv anzufertigen. So musste ich keinen Schlüssel entwenden. Wenn Menschen lange alleine Leben wissen sie wo alles liegt und auch wenn sie Sachen nicht so oft benutzen, kann es vorkommen, dann wenn sie nicht da sind, werden sie dann aber gebraucht. Ich konnte mir dass auf keinen Fall erlauben.

Fortsetzung Folgt…