Judentum in Deutschland


Es gibt kaum ein Wort in Deutschland welches so für Verstörung sorgen kann wie das Wort: Jude. Für viele ist es zu eine Art Schimpfwort verkommen, da mit Juden nicht nur seit dem Dritten Reich, viel mit Geiz, Geld und Missgunst verbunden wurde. Das auserwählte Volk, bleibt gern unter sich, wobei das auch etwas überspitzt dargestellt ist. Christen und Muslime sind ja auch gerne unter sich und Feiern halt getrennt ihre eigenen Feiertage und Bräuche, doch der Hauptgrund warum Juden nicht so “offen” wirken ist die Tatsache das sie nicht bzw. nicht mehr missionieren. Andere Religionen sind da natürlich etwas anders und erscheinen daher offener. Wer also etwas über das Judentum lernen will der muss selbst kommen. Keiner wird auf einen zu kommen und versuchen ihn zu überzeugen.

Aber ich erkläre erst einmal worum es mir genau geht. Irgendwann habe ich angefangen mich für den Jüdischen Glauben zu befassen, nicht nur die Ästhetik  sondern auch die Jüdische Kultur hat mir dabei sehr gefallen. Ich fing also an hier und dort etwas über die Religion zu lesen und dabei fiel mir auf, dass ich niemanden in meinen Umfeld kannte der bekennender Jude ist. Was mich Nachdenklich stimmte. Ich fing also an Freunde, Verwandte und Bekannte zu Fragen ob sie denn jemanden bewusst kennen würden der den Jüdischen Glauben angehört, kurz Jude ist. Viele reagierten etwas entsetzt als ich diese Frage stellte, dennoch fingen sie an darüber nachzudenken. Und tatsächlich kam ich zu dem Schluss, falls wir von Juden umgeben sind, merken wir das nicht. Ganz im Gegenteil zu anderen Religionen hält sich die Jüdische Gemeide in Deutschland, zumindest für meine Augen versteckt.

Nun ja ich könnte das Thema abhaken und sagen, es gibt keine Juden bei mir in der Umgebung… aber das tue ich natürlich nicht. Ich habe ein wenig nachgeforscht und siehe da, Hamburg hat eine Synagoge, okay das hat mich etwas geschockt. Wenn man bedenkt wie viele Kirchen und Moscheen es hier gibt ist das mehr als wenig!

Ich verfolge seit einer sehr langen zeit einen Jüdisch-Deutschen Blog, welcher von einer sehr Sympathischen und nicht auf dem Kopf gefallenen Jüdischen Damen geschrieben wird. Sie möchte zwar anonym bleiben dennoch berichtet sie stets über Ereignisse in ihrem Leben und erläutert ihre Sicht auf Populäre Themen die im Bezug auf den Judentum durchgekaut werden. Zu finden ist ausserdem ein Glossar, somit können nicht Jüdische Menschen, Worte und Feste, welche ihnen nicht bekannt sind nachschlagen. http://mittendrin.wordpress.com/

Ausserdem gibt es ein Blog der mir sehr Gefallen hat, dort schreibt eine 50 Jährige Deutsche, die über ihren Giur, sprich ihren Übertritt in das Judentum schreibt. Jeder der sich für diesen langwierigen Prozess interessiert bekommt einen sehr guten Einblick. Noa so heisst die Dame, hat sogar den schritt gewagt und ist nach israel gezogen, dies nett man “Aliya”. Wer mehr erfahren möchte kann dies hier nachlesen: http://noa50.blogspot.com

Durch die Blogs bin ich auch auf weitere Blogs gekommen z.B. http://www.sprachkasse.de/blog/ welchen ich hiermit auch empfehle. Aber genug der Empfehlungen und weiter im Text.

Wie ich anfangs schon festgestellt habe, ist es nicht einfach  in Deutschland mit dem Thema Judentum umzugehen. Und ich habe hier noch niemanden mit einer Kippa (http://de.wikipedia.org/wiki/Kippa) herumlaufen sehen. Okay wir sind nicht in Israel wo es alltäglich ist wenn ein Mann seine Kippa in der Öffentlichkeit trägt. Aber unter so vielen Menschen hätte ich zumindest einmal jemanden treffen können oder?

Als ich Anfang diesen jahres nach New York gereist bin, habe ich schon gleich nach dem Aussteigen aus dem Flieger, zwei Jüdische Männer aussteigen sehen. Sie waren zumindest sehr Typisch Traditionell Orthodox gekleidet. Schwarzer Hut, an den Seiten lange locken und schwarzer Mantel. Aber dies sollte nicht die einzige Überraschung sein. In Manhattan bin ich sehr vielen Synagogen vorbeigelaufen und habe auf dem Broadway zwei jüdische Jungs mit einer Kippa auf dem Kopf spenden sammeln gesehen. Zumindest schaute das so aus. Zu dem wurden wir auch noch von einem Jüdischen Herrenschneider auf Deutsch angesprochen. Sehr sympathisch, wenn man bedenkt das man so weit von Zuhause entfernt jemanden trifft der einen in seiner Heimatsprache begrüßt.

Doch auch wenn es hier in Hamburg oder in Deutschland allgemein nicht offen Jüdisch ist, werden wir Täglich im Fernsehen mit Jüdischen Schauspielern und Rieten konfrontiert. Vielleicht ist es einem nicht sehr bewusst aber sehr viele Schauspieler aus den USA sind Jüdisch und dies wird in vielen Filmen meist nebenbei angesprochen und lässt uns täglich etwas mehr über diese Gemeinschaft erfahren.

Chanukka stand vor der Tür und ich hörte von einer Jüdischen Veranstaltung in Hamburg welche öffentlich war. Das zweite Chanukka Licht sollte entzündet werden und ich war natürlich mit dabei und habe mitgefilmt ;)

Auf der Veranstaltung waren einige Juden vor Ort und es gab kostenlose kosher Berliner und Tee. Im grossen und ganzen war es eine sehr lustige Veranstaltung mit vielen netten Menschen. Was mich jetzt noch neugieriger gemacht hat. Als nächstes werde ich dann mal ein G*ttesdienst besuchen und sehen wie es auf mich wirkt…

Mein Interesse an dieser Religion und die Begeisterung für die Kultur und Geschichte die dahinter steht, ist immer noch erloschen. Ich bin gespannt was mich noch so erwarten wird…

Wer weiss? ;) in dem Sinne

Schalom שלום