Primitive Ernährung!


In letzter zeit geht mir das Thema Ernährung erneut sehr durch den Kopf. Vor ca einem Jahr habe ich ein radikales experiment gewagt und meine Ernährung für einige Monat auf Vegane Lebensmittel umgestellt. Es war im Grunde einfacher als Gedacht und machte spass da ich wirklich einige neue Möglichkeiten kennen lernen konnte meine Lebensmittel zuzubereiten. Das einzige was etwas gestört hatte war die Auswahl an Lebensmitteln unterwegs. Man musste im Grunde den Tag vorher durchplanen, manchmal sogar einen Tag oder zwei im Vorraus, um sicher zu gehen das man nicht unterwegs hungern muss.

Ich wollte ausserdem verhindern mich zu einseitig zu ernähren bzw zu sehr auf etwas zu verzichten. Musste ich überraschender weise auch nicht. Es gab für alles alternativen, dadurch das dass Fleisch nicht im Mittelpunkt stand musste man ein Gericht komplett umorganisieren und es wurde sogar aufgewertet.

Der negative Nebeneffekt waren die Menschen in der Umgebung dennen man immer wieder erklären musste warum man darauf verzichtet. Dadurch das der eigentliche bewegrund das interesse an einer anderen Ernährung war, hielt dies nicht sehr lange und ich kehrte zum teil zurück zu meiner Gewohnheit auch mal Fleisch zu essen.

Über die Zeit veränderte sich mein Blickwinkel, meine Einstellung wandelte sich. Ich fing an zu grübeln, durch den Schritt mich auf das Judentum einzulassen und das weglassen von Schweinfleisch-Produkten merkte ich das es nach einem Jahr Verzicht immer leichter wurde. Es fehlt mir nicht mehr Schwein zu essen. Und da ich eh einige Gerichte weiterhin Vegan koche, sprich Suppen ohne Fleisch stattdessen mit Sonnenblumenöl, konnte ich mich immer mehr damit anfreunden auf Fleisch zu verzichten.

Dennoch ist es schwer komplett das ganze Fleisch zu verbannen, da ich nicht alleine Lebe und mein Partner nicht auf Tierprodukte verzichten möchte. Das toleriere ich so gut es geht, auch wenn es nicht einfach ist. Letztes Weihnachten gab es bei uns zuhause ein Vegetarisches Weihnachtsfest, ok es war sogar alles Vegan :) Alle wurden Satt und es blieb sogar was übrig, das die Tage noch gegessen wurde.

Doch wann kam jetzt der erneute Entschluss?  Also, im Grunde fing es erneut so richtig an als ich Anfang Januar in Berlin war. Dort gibt es Deutschlands ersten Veganen Supermarkt mit dem Namen “Veganz“. Okay ich war jetzt nicht soo überwältigt von der Vielfalt an Sojaprodukten, aber es war schon toll. Halt etwas anderes und man musste sich keine sorgen machen was man gerade kauft. Obwohl man sich den Blick auf die Rezeptliste trotzdem geben muss ist alles Vegan :) … okay der Scheibenkäse und Jogurt war jetzt ein Reinfall… aber mein Neues Kochbuch “Vegan ganz lecker!” hat mich jetzt nicht, umgehauen aber nett illustriert und tolle Rezepte war eine bereicherung.

 

Das Wochenende fing an mich erneut ins grübeln zu bringen. Da ich eh schon immer seltener Fleisch aß und mich der Geruch und der Gedanke an die Leidenden Tiere nicht mehr losliess beschloss ich erneut auch unterwegs aufzuhören Fleisch zu essen. Bis auf kleine ausnahmen, habe ich dieses Jahr 2012 nach meinem Berlintrip kein Fleisch gegessen.

Das Leid der Tiere wird immer mehr ein Grund für diese, meine Entscheidung. Ein Gespräch vor einigen Jahren mit einem Bekannten der fest der Meinung war das Tiere keine Gefühle haben, kamen mir immer wieder in den Sinn. Wenn ich dann unsere beiden Katzen spielen und sich begeistern sehe… oder sich erschrecken oder Angst haben vor etwas. Dann kann ich das nicht glauben, habe ich nie und werde ich nicht. Tiere sind Lebewesen wie wir auch. Ihnen gehts manchmal nicht gut oder sind ab und an auch traurig. Wer ein Haustier hat und sich auf dieses Einlässt merkt das schnell. Es ist einfach eine Frechheit und Augenwischerei wenn man Tiere als “Nutztiere” deklariert und Ihnen jegliche art von Gefühl aberkennen.

Es ist so absurd, die meisten Fleischkonsumenten die wirklich Täglich Fleisch zu sich nehmen, können sich nicht einmal anschauen wie ein Tier geschlachtet wird! Was ist das bitte für eine Welt? Das macht mich wirklich betroffen. Ich habe so ein Mitleid mit den Lebewesen die verkümmern und dann geschlachtet werden.

Ich surfte etwas herrum und traf auf einen recht drastischen vergleich. Die “Moderne” Tierhaltung wurde mit der Sklaverei und sogar mit dem Holocaust verglichen. Ein Krazzer Vergleich aber ist dies Falsch? Lest selbst:

Dr. Helmut Kaplan, Autor und Philosoph, schreibt: »Unsere Enkel werden uns einst fragen: Wo wart ihr während des Holocaust gegen die Tiere? Was habt ihr gegen diese entsetzlichen Verbrechen gemacht? Ein zweites Mal können wir uns nicht darauf hinausreden, nichts gewusst zu haben«. Der Holocaust fand statt, weil Menschen vor der Grausamkeit ein Auge zudrückten.

via tierdach.de: Der Holocaust an Tieren

Es ist leider so wahr. Jeder der Fleisch isst und dieses Elend unterstützt macht sich eines Verbrechens strafbar. Ein Verbrechen gegen kostbare Lebewesen. Das ist einfach nur Falsch!

Ich möchte das nicht mehr, ich möchte nicht das Kühle für mich vergewaltigt werden!

Ich möchte nicht das Tiere für mich in kleinen Käfigen gehalten und versklavt werden.

Ich möchte nicht das ein Tier ermordet werden um für mich Fleisch zu bringen.

Ich möchte nicht daran Schuld sein das ein Lebewesen sich nicht nach eigenen Wünschen entwickeln kann, nur weil ich es nicht anders gelernt habe. Mein Körper, mein Gehirn ist so weit entwickelt und erkennt was Falsch ist, ausserdem möchte ich mich nicht mehr so Primitiv ernähren. Ich bin im Jahr 2012 Angekommen!

Eine Moderne ausgewogene Ernährung muss keine Tiere enthalten! Denk mal drüber nach ;)