Podcasten das erste kleine Fazit


Es ist jetzt etwas mehr als zwei Monate her, als wir (Daniel und ich) unseren Podcast (Mumpitz und Glitzer) gestartet haben.
Ich als sehr intensiver Podcastkonsument verfolge dieses Thema jetzt schon einige Jahren. Da ich weder viel Ahnung von Audio noch von Videotechnik hatte, zögerte ich doch etwas mich auf so ein Projekt einzulassen. Die Neugier und die Lust etwas neues auf die Beine zu stellen überwiegte jetzt aber am Ende.

Die ersten Programme die mir so vor die Linse kamen, waren überwiegend kostenpflichtig oder einfach nicht gut geeignet für unsere Zwecke. Da wir nicht in der gleichen Stadt leben und uns eher seltener live begegnen, war klar dass eine Skype oder ähnliche Verbindung her musste um die Aufnahme auch in der Distanz zu ermöglichen.

Wichtig war mir dabei so wenig technische Fallgruben zu haben wie möglich. Für den Sound wäre es zwar optimal wenn jeder lokal, eine Aufnahme zusätzlich mitschneidet aber der Einfachheit halber verzichteten wir erstmal darauf. Die erste Pilotaufnahme machten mir einiges sehr deutlich. Ein Bessere Micro war unabdingbar. Es sollte aber auch Praktisch sein. Evtl sogar mobile aufnahmen ermöglichen, naja und gegen was hübsches hab ich natürlich auch nichts ;). Nach einiger suche fand ich das Samson Meteor Micro. Es hat einen sehr schönen klang, die Möglichkeit einen externen Klinkenkopfhörer anzuschließen und einem etwas unpraktisch lauten Muteknopf am Micro.

Der Klang überzeugte mich sofort. Was für einen Preis unter 70€ für mich als Ungelernter Hörer top wirkt. In der zweiten Folge konnte es dann auch gleich losgehen, und machte mir die Aufnahme deutlich einfacher. Kein Rascheln und auch sonstige Geräusche die störend waren, wenn ich mich bewegt hatte waren verschwunden. Jetzt musste natürlich auch noch eine Software her. Recht schnell wurde ich auf die Reaper Software aufmerksam, nicht zuletzt da ich als Wikigeeks hörer das Projekt vom Ralf Stockman mit dem Namen Ultraschall interessant fand. Dieses praktische Plugin, welches auf die Reaper Software aufsetzt macht es möglich eine Simple und nicht störende Aufnahmesituation zu erschaffen. Seit dem 1.2 Update hat dieses sogar ein Soundboard inkludiert, was mir eine weitere Software erspart, die bei uns ein Intro und Outro einzuspielt. Wenn die Aufnahme Durch ist und die Kapitelmarken gesetzt sind, wird die Datei in Auphonic geladen, angepasst und der Sound optimiert. Dieser Schritt ist essentiell für unsere art der Aufnahme. Da jeweils unterschiedlich laute Tonspuren und Aufnahmebedingungen herrschen, sowie einige Störgeräusche vor kommen können und wir dennoch “hörbar” bleiben wollen.

Das ist vor allem wichtig, wenn man uns über Kopfhörer unterwegs hört. Strassen oder Bahngeräusche sorgen in der Rohen unbearbeiteten variante dafür, dass es kaum möglich ist dem Podcast zu folgen. Durch Auphonic wird die Spur aufgeblasen und daher auch etwas lauter gestellt. Im großen und ganzen soll es sich dann anhören als wären wir beide, im gleichen Raum und haben die gleichen Bedingungen bei der Aufnahme vorherrschen. Die Verbindung sprich Skype oder Wire die wir die letzten male nutzten, bergen aber auch Tücken. Nicht ungewöhnlich ist eine schwankende Soundqualität, sowie Verbindungsabbrüche. Echos oder Rückkopplungen erschweren dies ungemein. Nichts desto trotz funktioniert diese art von technischer Aufstellung ganz ok. Optimierungsbedarf ist mehr als genug vorhanden.

Wenn die Aufnahme erledigt ist, ist es mir ein großes anliegen den Inhalt durchsuchbar zu machen. Dies wie wir alle sicher wissen ist bei gesprochener Sprache nicht so trivial. Ein schöner Ansatz ist daher die Option mit Zeitstempeln, Kommentaren sowie Links auf der Plattform der Shownot.es zu arbeiten. Während der Schnittphase ergänze ich die gesprochenen Infos mit schriftlichen Inhalt. Mit dem dazugehörigen Plugin, ergänze ich jede Folge dann mit einem Import Knopf komfortabel in den dazugehörigen Eintrag.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass dieser Podcast auch für jeden Podcatcher abrufbar sein sollte. Hier greife ich auf den Podlove Publisher zurück. Gelegentlich etwas ruckelig, macht es seine arbeit mehr als gut und einfach zu Händeln. Probleme gibt es nur gelegentlich mit dem Apple eigenen Podcatcher auf den iOS Geräten. Diese lässt er zwar streamen aber gelegentlich nicht herunter laden (offline hören). Das Konnte ich umgehen, wenn ich die Analyse Funktion in Podlove deaktiviere. Was natürlich schade ist, da es die zukünftige Analyse der Downloads erschwert. Dennoch kann ich diesen Weg sehr empfehlen.

Der Zeitliche Aufwand ohne technische Probleme sind enorm. Alleine die Postproduktion (Schnitt / Shownotes) frisst je nach länge der Aufnahme und bearbeitungsgrad mehrere Stunden. Dabei ist die Themensammlung im vergleich noch der kleinere Teil. Derzeit in der 8. Folge setzt schon eine gewisse Routine in der Postroduktion ein. Dies führt dazu, dass ich nicht mehr allzu lange vor dem Rechner sitzen zu muss. Das Lästige vorab aufbauen der Technik und vorbereiten ist leider jedes mal ein klotz am Bein. Auch wenn ich zugeben muss es auch spass macht. Gängelt mich das Soundrouting und die gelegentlichen Probleme der Sprachverbindung doch sehr. Beim letzten Softwareupdate zerschoss es mir dann einige Konfigurationen und die Aufnahme grenzte schon ans unerträgliche. Ich hoffe sehr auf darauf dass die nächsten Aufnahmen besser laufen, ansonsten muss ich eine andere Lösung suchen. Mal wieder bewehrt sich der Spruch “Never touch a running system”. Man lernt halt aus Fehlern ;)

Ich hoffe ich konnte einen kleinen einblick geben, was hinter den Kulissen so passiert, damit ihr regelmäßig Glitzer auf die Ohren bekommt :D